Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ist die weltweite Gesamtbevölkerung in den Städten höher als in den ländlichen Gebieten. Es wird erwartet, dass bis 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten leben. Stadtplanung, Verkehrssysteme, Zugriff auf Informationen, Bildung und angemessene Arbeit sind der Schlüssel zur nachhaltigen Entwicklung urbaner Gebiete. Zu diesem Schluss kommt Randstads aktuelle Auflage der jährlichen “flexibility@work”-Studie, welche am 29. Mai 2018 beim OECD Forum in Paris vorgestellt wurde.

Städte sind Zentren menschlicher und wirtschaftlicher Entwicklung. Sie machen bereits jetzt 70 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes aus und generieren dadurch Wachstum und Wohlstand für Viele. Die Netzwerke, mit denen Menschen über die Kontinente hinaus verbunden sind, werden jedes Jahr dichter, schneller und größer. Wechselseitige Abhängigkeiten und grenzüberschreitende Verbindungen zwischen Städten, Unternehmen und Einwohnern verlangen nach einer Politik, die auf diese komplexen Ökosysteme ausgerichtet ist.
Städte sind sowohl für wohlhabende als auch arme Individuen attraktiv, weshalb in vielen Städten ein hohes Maß an Ungleichheit herrscht. Ein Großteil dieser Ungleichheit kann auf das Potential der Einwohner am Arbeitsmarkt zurückgeführt werden. Jobs mit einem hohen Anteil an Routineaufgaben sind am verwundbarsten gegenüber technologischen Entwicklungen, aber neue “Routine-Jobs” können ebenso entstehen.

Jacques van den Broek, CEO von Randstad NV: “Jede neu geschaffene, hochqualifizierte Position im technischen Bereich kann für fünf neue Jobs sorgen – sowohl im geringer- als auch im mittlelqualifizierten Bereich. Die meisten dieser Jobs werden in Städten mit einer hohen Anzahl von niedrig qualifizerten Arbeitern geschaffen, die sich aus- und weiterbilden lassen. Qualifikationen und Soft Skills sind für einen inklusiven urbanen Arbeitsmarkt unverzichtbar. Durch Investitionen in Bildung, Arbeitsmobilität und gezielte öffentlich-private Partnerschaften können Städte wettbewerbsfähiger werden und die Bevölkerung besser in den Arbeitsmarkt einbinden. Nur so können wir die qualifizierten Arbeitskräfte und den agilen, inklusiven Arbeitsmarkt schaffen, der kritisch für ein nachhaltiges Wachstum der Städte wird. Die Aufgabe zur Umsetzung liegt nun bei den jeweiligen Regierungen.”

In der Zukunft der Arbeit wir das Leistungsversprechen einer Stadt nicht nur davon abhängen, attraktive Arbeitgeber anzulocken. Sondern auch davon, für alle Einwohner die Ungleichheit zu reduzieren und Möglichkeiten für alle zu schaffen.

Michel Verdoold, CEO von Randstad Österreich, ergänzt: “Zu oft ist gleichzeitig eine hohe Zahl von offenen Positionen als auch eine hohe Zahl an Arbeitslosen zu beobachten – d.h. es gibt auf vielen Arbeitsmärkten einen klaren Skill Mismatch. Durch die Digitalisierung, den Rückgang von Jobs mit hohem Anteil an Routine-Tätigkeiten und die Tatsache, dass viele Job-Profile der Zukunft heute noch gar nicht existieren, ist ein zeitgemäßes und flexibles Bildungssystem wichtiger denn je. Das fängt beim Schulsystem an und setzt sich mit unterstützenden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen fort”.

Die Studie ist als kostenloser Download auf randstad.com verfügbar: https://workforceinsights.randstad.com/hr-research-reports-flexibilitywork-2018