Karrierepläne helfen der ganzen Firma

Mitarbeiter und Unternehmen, die ihren gemeinsamen Weg ins Auge fassen, ziehen vielfachen Nutzen aus dem geplanten Vorgehen. Konsequentes Monitoring liefert zudem wertvolle Indikatoren für die Unternehmenssteuerung.

  • Ein langfristiger Karriereplan gibt Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Option für flexible Anpassungen im Lauf der Zeit.
  • Karrierepläne ergänzen finanzielle und soziale Leistungen bei den Gestaltungsmöglichkeiten der Mitarbeiterbindung.
  • Bei Integration und Diversity-Programmen liefern Karrierepläne nützliche Ansatzpunkte zur Steuerung und Gestaltung.

Einmal Bankkaufmann, immer Bankkaufmann? Wer sich die „PE-Systematik“ der Sparkassenakademie Baden-Württemberg vor Augen hält, erkennt schnell, dass es sich dabei um ein Vorurteil von gestern handeln muss. Zwar ist die klassische Banklehre noch immer das Fundament jeder Karriere in den kommunalen Kreditinstituten. Aber offenbar haben die Sparkassen inzwischen einige Weichen ins Berufsleben eingebaut, die über Neu- und Zusatzqualifikationen führen – und damit mancher Laufbahn bemerkenswerte Kurven bescheren.

Gemeinsam Wegmarken setzen

Mit einem solchen Angebot wird umgesetzt, was schon seit geraumer Zeit als unverzichtbarer Bestandteil einer langfristigen Personalentwicklung gesehen wird: aktive Karriereplanung im Verbund von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Vom Berufseinstieg bis zum erstrebten Berufsziel sind die Wege markiert und die Möglichkeiten erkennbar. Gleichzeitig wahren sich beide Seiten die Option, flexibel auf Veränderungen unterwegs zu reagieren. Obendrein entsteht ein wirksames Mittel gegen ein Übermaß an Fluktuation, weil ein eventueller Aufstiegsstau sich auf diese Weise zuverlässig vorhersehen und vermeiden lässt.

Zeichen des Vertrauens

Zu Recht genießen individuelle Karrierepläne einen hohen Stellenwert im Verhältnis der Beschäftigten zu ihrem Unternehmen. So werden die Mitarbeiter durch eine transparente Karriereplanung grundsätzliche motiviert: „Schau her, wir planen langfristig mit dir – auch du kannst langfristig mit uns planen.“ Dabei verbinden sich materielle und immaterielle Anreize zu einem attraktiven Gesamtpaket. Gerade für Berufseinsteiger sowie neu angeworbene Kräfte untermauert ein Karriereplan die Richtigkeit der jeweiligen Entscheidung für einen Arbeitgeber.

Gute Verhandlungsplattform

Je mehr Optionen ein solcher Plan im Lauf der Karriere anbietet, desto glaubwürdiger ist das Versprechen des Arbeitgebers, im Laufe der Zusammenarbeit den Wunsch des Mitarbeiters zu befriedigen, der sich nicht bis zur Pensionierung festlegen und sich Veränderungs- und Entwicklungsmöglichkeiten offenhalten will. Gleichzeitig gewinnt der Arbeitgeber eine Verhandlungsplattform für Feedback- oder Jahresgespräch, die neben geldlichen auch inhaltliche Fortschritte umfassen. Zudem lassen sich so, für beide Seiten, frühzeitig eventuelle Abweichungen oder Störung auf dem gemeinsamen Weg erkennen und ansprechen.

Nützlich für Bedarfsplanung

Im Sinne einer ganzheitlichen und vorsorgenden Personalplanung dient die Summe aller – aufeinander abgestimmten – Karrierepläne auch dazu, innerhalb des Unternehmens den Bedarf an Fach- und Führungskräften zu planen, zu steuern und zu sichern. Dazu braucht es allerdings auch ein fortlaufendes und intensives Monitoring seitens der Personalabteilung oder HR, um die reale Entwicklung mit dem künftigen Bedarf an Fach- und Führungskräften abzugleichen.

Schon beim Nachwuchs beginnen

Karrierepläne dienen ebenso als Grundlage dafür, das Volumen, den Personalbedarf und die Ziele von Trainee- und Praktika-Programmen eines Unternehmens zu planen und zu steuern. Dies ist insbesondere bei kleineren und mittleren Unternehmen nützlich, für die solche Angebote stets mit relativ hohem Aufwand verbunden sind. Je weniger Zufall bei der Auswahl und Betreuung von potentiellen Nachwuchskräften hineinregiert, desto größer ist die Chance, dass sich das Investment bezahlt macht.

Hilfsmittel bei sozialer Steuerung

Bezahlt machen dürften sich ausgefeilte Karrierepläne zudem überall dort, wo es um Integration und Diversity geht, wo der Wissensfluss zwischen jüngeren und älteren Beschäftigten aktiv bleiben soll, wo Prozesse oder Produkte dauerhaft zu sichern sind – bis hinauf zu möglichen Quotenregelungen in der Unternehmensführung. Dass bei diesen Aufgaben Arbeitgeber wie Arbeitnehmer adäquate Lösungen finden, ist ohne einen durchdachten und geplanten Weg durchs Unternehmen unwahrscheinlich. Die Frage „Haben Sie einen Plan“ betrifft dann die Karriere der ganzen Firma.

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