Die Zukunft des Recruitings

Niedrige Arbeitslosigkeit ist zwar gut für die Wirtschaft, aber schlecht für Recruiter - besonders dann, wenn es um die Suche nach Professionals geht. Jahrelang hatten Personaler das Problem, sich für jede ausgeschriebene Stelle durch hunderte von CVs wühlen zu müssen. Und haben jetzt auf einmal genau das umgekehrte Problem: Talente sind knapp geworden. Eine Herausforderung, die sich in absehbarer Zeit auch nicht mehr ändern wird. Denn selbst wenn die Anzahl der Jobsuchenden wieder steigen sollte, fehlen den meisten Kandidaten trotzdem oft die Qualifikationen für die Anforderungsprofile des 21. Jahrhunderts.

 

Die Zukunft gehört dem Video-Content

Laut einer Cisco-Studie bestand 2015 bereits 70 Prozent des gesamten Internet-Contents aus Videos. Bis 2020 soll diese Zahl noch auf 82 Prozent steigen. Auch Arbeitgeber haben diesen Trend bereits aufgegriffen und drehen Kurzfilme, die sich leicht über Social Media teilen lassen. In der Regel sind diese Videos 60-90 Sekunden lang und gewähren einen kurzen Einblick in die Unternehmenskultur. Führungskräfte sprechen über offene Positionen und aktuelle Mitarbeiter stellen sich als Testimonial vor die Kamera.

 

Videos können auch anderweitig eingesetzt werden. Statt ewig langer Stellenbeschreibungen kann ein kurzes Video dem Bewerber bereits einen realistischen Einblick in das Aufgabengebiet geben. Gerade die High-Level-Kandidaten schätzen es sehr, wenn sich ein Unternehmen transparent zeigt. Einige Recruiter verwenden auch Video-Chat-Apps, um sich für Rückfragen zur Verfügung zu stellen oder um formlose Interviews durchzuführen. Diese Art der Face-to-Face-Interaktion steigert z.B. auch die Bindung des Kandidaten zum Unternehmen im Vergleich zum gesichtslosen E-Mail-Verkehr.

 

Am mobilen Trend führt kein Weg vorbei

Die Candidate Experience muss stets absolut im Vordergrund stehen. Lange Wartepausen ohne jedweden Kontakt zum Kandidaten sind zwar in der Vergangenheit schon zur Normalität geworden, müssen sich aber grundlegend ändern. Zum Glück machen es mobile Apps dem Recruiter inzwischen deutlich einfacher, den Kontakt mit Kandidaten individuell aufzunehmen und aufrecht zu erhalten.

 

2007 haben mobile Geräte noch 8% des gesamten Internet Traffics ausgemacht. Seit 2014 ist die mehrheit der Internetnutzer mobil unterwegs und nicht mehr am Desktop-PC. Die meisten App-Entwickler kommen bei der enormen Nachfrage nach mobilen Anwendungen gar nicht mehr hinterher.

 

Automatisierte Textnachrichten, die den Kandidaten laufend auf dem aktuellsten Stand halten (ähnlich wie bei einer Paket-Sendungsverfolgung) gehören zu den weiteren Anwendungsgebieten. Noch wichtiger aber ist, dass man sich als Personalverantwortlicher durch Chat- oder Video-Chat-Applikationen leichter erreichbar macht. Und somit keine Kandidaten an den Mitbewerb verliert, weil jemand glaubt, dass man nach einigen Tagen Stillschweigen das Interesse verloren hat.

 

Rekrutierungs-Strategien neu überdenken

Die Zukunft des Recruitings gehört den Arbeitgebern, die diese neuen Wege zum Kontakt mit Bewerbern nutzen. Der geschickte Einsatz von Social Media ist inzwischen ein Muss. Sämtlicher Content muss mobiltauglich sein. Und im Kampf um die Talente kann man sich gerade jetzt, in der digitalen Umbruchphase, gegenüber dem Mitbewerb abheben.

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