Der Aufstieg leistungsstarker und benutzerfreundlicher KI-Tools hat unser Privat- und Berufsleben in den letzten Jahren massiv beeinflusst. Während Recruiting-Teams generative KI bereits nutzen, um Stellenanzeigen zu verfeinern, setzen Talente die Technologie für den Feinschliff ihrer Bewerbungen ein. Gleichzeitig prüfen Unternehmen intensiv, wie sie bestehende Workflows optimieren und automatisieren können.
Historisch gesehen löste das Aufkommen bahnbrechender Neuerungen oft die Sorge aus, durch Technik ersetzt zu werden. Doch wie denken die Arbeitskräfte von heute wirklich darüber?
Die Ergebnisse unseres Workmonitor 2026 zeigen: Die Mitarbeitenden blicken dem Potenzial von KI mit Begeisterung entgegen. Basierend auf den Antworten von 27.000 weltweit befragten Arbeitskräften herrscht große Neugier auf die Zusammenarbeit mit künstlicher Intelligenz. Für Arbeitgeber bedeutet dies: Die Priorität liegt nicht darin, die Belegschaft von den Vorteilen der KI zu überzeugen. Vielmehr gilt es sicherzustellen, dass sie das geforderte KI-Wissen auch tatsächlich erhalten.
In der aktuellen Umfrage gaben 72 % der Befragten an, dass Aus- und Weiterbildung entscheidend für ihre Karriere sind. Dabei belegte KI den ersten Platz der am stärksten nachgefragten Kompetenzen – 29 % nannten dies als ihre oberste Priorität. Im Vorjahr lag KI noch an dritter Stelle. Das zeigt: Das Thema KI gewinnt massiv an Bedeutung, die Prioritäten haben sich innerhalb kürzester Zeit verschoben.
Die Daten aus dem vorjährigen Workmonitor lieferten bereits Belege für diese positive Einstellung: Die Mehrheit (52 %) ist davon überzeugt, dass KI eher zum eigenen Karrierewachstum und zu Aufstiegschancen beitragen wird, anstatt den eigenen Arbeitsplatz zu gefährden.
Dennoch ist die Kluft zwischen Wunsch und Realität unübersehbar. Obwohl fast drei Viertel der Befragten angeben, dass ihnen Weiterbildung wichtig ist – und 36 % sogar keinen Job annehmen würden, der keine Entwicklungsmöglichkeiten bietet –, erklären lediglich 52 %, dass ihr Arbeitgeber sie tatsächlich beim Aufbau zukunftsspezifischer Kompetenzen unterstützt. Spezielle KI-Schulungen scheinen zudem noch eine Seltenheit zu sein: 2023 erhielten nur 13 % der Befragten ein entsprechendes Angebot.
Die Sorge vor Massenarbeitslosigkeit ist eine häufige Begleiterscheinung, wenn neue Technologien auf den Markt kommen. Wie in einem aktuellen Fachartikel der MIT Technology Review hervorgehoben wird, gingen alle technologischen Fortschritte des 20. Jahrhunderts mit der Befürchtung einher, dass Menschen überflüssig werden könnten. Es ist unbestreitbar, dass KI Auswirkungen auf aktuelle Geschäftsprozesse haben wird – ein Bericht des Weltwirtschaftsforums zeigt, dass die Mehrheit der Unternehmen plant, die Automatisierung in naher Zukunft zu beschleunigen. Gleichzeitig ist jedoch vorgesehen, Mitarbeitende aus rückläufigen Aufgabenbereichen in wachsende Rollen zu begleiten.
Fortschritte im Bereich der KI werden den Menschen nicht ersetzen. Angesichts dieser Transformation ist es jedoch entscheidend, dass sich Arbeitgeber vorbereiten – gezielte Weiterbildung, klare Governance-Strukturen und Raum für Experimente sind notwendige Voraussetzungen, um das volle Potenzial der KI auszuschöpfen.
Welches Potenzial bietet KI für das Recruiting?
Ein wesentlicher Faktor für die positive Einstellung gegenüber KI ist wahrscheinlich ihr Beitrag zur Effizienzsteigerung. Viele Fachkräfte erkennen, dass KI sie nicht ersetzt, sondern dabei unterstützt, repetitive Aufgaben zu optimieren und kreative Ideen zu entwickeln. Im Recruiting umfassen diese Anwendungen unter anderem:
- Automatisierung routinemäßiger Interaktionen: Dies betrifft das Screening, die Terminierung von Interviews und weitere Maßnahmen zum Candidate Engagement. Dank der Leistungsfähigkeit heutiger KI-Tools sind moderne Chatbots weitaus kompetenter als die starren Systeme von früher, die Bewerber:innen oft frustrierten und negative Schlagzeilen verursachten.
- Erstellung ansprechender Stellenbeschreibungen: Generative KI-Tools können Basisinformationen in attraktive Stellenbeschreibungen verwandeln, die exakt auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind. Dies kann den entscheidenden Unterschied bei der Talentsuche ausmachen – laut einer Umfrage der Jobplattform The Muse betrachten 55 % der Kandidat:innen die Stellenbeschreibung als wesentlichen Indikator dafür, ob ein Job zu ihnen passt.
- Analyse von Bewerbungsunterlagen: Moderne KI-Tools auf Basis von Large Language Models (LLMs) können Texte wesentlich besser interpretieren als Standard-Werkzeuge. Dies ermöglicht eine präzisere Vorauswahl und ein besseres Matching. KI-gestützte Recruiting-Tools umgehen so die Probleme typischer Stichwortsuchen, bei denen das Risiko besteht, hochqualifizierte Kandidat:innen auszuschließen, nur weil sie nicht exakt die „richtigen“ Schlagworte verwendet haben.
Was ist der nächste Schritt für Arbeitgeber?
Unsere Studien zeigen, dass Mitarbeitende bereit sind, KI-Tools in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Nun liegt es an den Unternehmen, sich anzupassen. Wir haben drei zentrale Empfehlungen für Betriebe, die von den Vorteilen der KI profitieren möchten:
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Informieren Sie sich:
Setzen Sie sich intensiv mit den Chancen von KI auseinander – behalten Sie aber auch potenzielle Nachteile wie algorithmische Verzerrungen und Diskriminierung im Blick.
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Schaffen Sie klare Regeln:
Entwickeln Sie interne KI-Richtlinien und -Strategien, die den ethischen Einsatz im Unternehmen regeln und Mitarbeitende dazu befähigen, verantwortungsvoll mit der Technologie umzugehen.
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Setzen Sie auf Kontrolle statt auf blindes Vertrauen:
Stellen Sie eine menschliche Aufsicht („Human Oversight“) sicher, wann immer KI für geschäftliche Zwecke eingesetzt wird.
Unternehmen, die diese Empfehlungen beherzigen, öffnen sich für die Kreativitäts- und Produktivitätsvorteile von KI und etablieren eine Kultur der verantwortungsvollen Nutzung.
Erfahren Sie mehr über das Potenzial von KI im Recruiting
Um mehr über die Auswirkungen von KI auf die Personalbeschaffung, die Einstellungen der Arbeitnehmer:innen und unsere Empfehlungen zu erfahren, laden Sie unsere Präsentation herunter: „Der Arbeitsmarkt und KI: Grund zur Sorge oder Chance für die Zukunft?“
Dies ist eine kompakte Fassung unseres umfangreicheren Positionspapiers und bietet Ihnen die wichtigsten Fakten über den Einfluss der KI auf die Recruiting-Branche in einem leicht verständlichen Format.