Echte Inklusion braucht mehr als ein paar warme Willkommenssätze. Wer kulturelle Vielfalt im Unternehmen lebt, profitiert langfristig – sowohl auf fachlicher als auch auf menschlicher Ebene. Diese drei Faktoren helfen wirklich, um aus kultureller Vielfalt eine echte Stärke zu machen.

Warum kulturelle Inklusion in Ihrem Team so wichtig ist

Wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenarbeiten, entstehen neue Perspektiven, aber auch neue Herausforderungen. Es reicht nicht, Vielfalt einfach nur zuzulassen. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, das echte Zugehörigkeit ermöglicht – unabhängig von Sprache, Herkunft oder Gewohnheiten.

Vielfalt ist nicht das Ziel, sondern der Anfang. Inklusion ist der Weg, um diese Vielfalt wirksam zu machen. Sie ist der Schlüssel, damit sich alle Mitarbeiter:innen wertgeschätzt, respektiert und als vollwertiger Teil des Teams fühlen.

Was kulturelle Inklusion fördert: Drei entscheidende Faktoren

Um aus einem vielfältigen Team ein inklusives und starkes Team zu formen, sind die folgenden Punkte entscheidend:

  1. Offenheit statt Annahmen
    Kulturelle Unterschiede zeigen sich nicht nur in Sprache oder Kleidung, sondern oft in Denkweisen, Arbeitsstilen oder Kommunikationsformen. Statt voreilige Annahmen zu treffen („So ticken die immer“), sollten Sie aktiv nachfragen, Raum für verschiedene Perspektiven lassen und nicht jedes Verhalten sofort bewerten. Ein typisches Beispiel: Wenn jemand Augenkontakt vermeidet, kann dies kulturell bedingt ein Zeichen von Respekt oder Bescheidenheit sein, nicht etwa von mangelndem Interesse.

    Praxisimpuls: Schaffen Sie im Team eine Kultur, in der Fragen erlaubt sind. Eine Frage wie „Wie wird das in Ihrem Herkunftsland gehandhabt?“ ist nicht übergriffig, sondern wertschätzend – wenn sie ehrlich gemeint ist. Ermutigen Sie Teammitglieder, sich bei Unsicherheiten gegenseitig zu fragen: „Ich bin mir nicht sicher, wie ich das verstehen soll. Können Sie mir kurz erklären, was das für Sie bedeutet?“
     
  2. Interkulturelle Kompetenz fördern
    Viele Missverständnisse entstehen nicht aus bösem Willen, sondern aus Unwissenheit. Gezielte Schulungen, kurze Workshops oder Austauschformate helfen, kulturelle Unterschiede zu erkennen und gemeinsam konstruktive Wege zu finden, damit umzugehen. Dabei geht es nicht um „politische Korrektheit“, sondern um echten Respekt, Empathie und Neugier.

    Praxisimpuls: Bieten Sie beispielsweise ein monatliches „Lunch & Learn“ an, bei dem Mitarbeiter:innen kleine Einblicke in kulturelle Besonderheiten geben können – ob Essgewohnheiten, typische Feiertage oder Begrüßungsrituale. Eine andere Idee wäre ein kurzer Workshop zum Thema „Feedback geben in internationalen Teams“, um unterschiedliche Kommunikationsstile zu beleuchten.
     
  3. Gemeinsame Erlebnisse schaffen
    Ob beim Mittagessen, bei Teamevents oder in Pausengesprächen: Echte Inklusion passiert nicht in PowerPoint-Folien, sondern im Miteinander. Gerade informelle Begegnungen helfen, Barrieren zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Wer miteinander lacht, isst oder gemeinsam ein Problem löst, baut nachhaltig Vertrauen auf.

    Praxisimpuls: Planen Sie gezielt kleine, regelmäßige Gelegenheiten für den Austausch: eine gemeinsame Kaffeepause, bei der zufällig zwei oder drei Kolleg:innen aus verschiedenen Teams zusammenkommen, ein internationales Frühstück, bei dem jede:r etwas Typisches aus der Heimat mitbringt, oder ein kleines Teamprojekt, das die Zusammenarbeit über Hierarchien und Kulturen hinweg fördert. Wichtig: Betonen Sie die Freiwilligkeit dieser Angebote.
Womale and boy having a conversation, smiling, sitting in a bus. Looking at a phone. Other people in the background.
Womale and boy having a conversation, smiling, sitting in a bus. Looking at a phone. Other people in the background.

Was das verändert

Kulturelle Inklusion fördert entscheidende Faktoren für den Unternehmenserfolg:

  • Loyalität: Wer sich gesehen und gehört fühlt, bleibt eher im Unternehmen.
  • Zusammenarbeit: Missverständnisse nehmen ab, das Vertrauen wächst.
  • Innovation: Unterschiedliche Perspektiven bereichern Entscheidungen und fördern kreative Lösungsansätze.
  • Produktivität: Teams, die sich wohlfühlen und gut zusammenarbeiten, sind effizienter.

Inklusive Unternehmenskulturen sind nicht nur menschlich richtig: Sie sind wirtschaftlich klug. Sie schaffen eine Umgebung, in der jede:r sein volles Potenzial entfalten kann und das Unternehmen als Ganzes davon profitiert.

Über den Autor
Patrick Cilif
Patrick Cilif

Patrick Cilif

Head of Sales

Patrick Cilif ist Head of Sales für Randstad in Österreich. Der bestens vernetzte Wiener ist Vater von zwei Töchtern, talentierter Fußballer und bringt zudem auch über 15 Jahre Erfahrung im HR-Bereich mit.

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