In der modernen Arbeitswelt sind Flexibilität und die Gig-Economy längst keine Randerscheinungen mehr. Doch oft wird vergessen: Eine effektive Einarbeitung (Onboarding) ist für Zeitarbeitskräfte genauso entscheidend wie für das Stammpersonal. Dieser Artikel beleuchtet sechs klassische Fehler, die Sie vermeiden sollten, um flexible Fachkräfte reibungslos zu integrieren.

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Warum gutes Onboarding zählt

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut einem aktuellen Gallup-Bericht sind Beschäftigte, die eine hervorragende Einarbeitung erleben, 2,6-mal häufiger extrem zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz. Wer gut startet, bringt eher Spitzenleistungen. Die Realität sieht jedoch oft anders aus: Nur 12 % der Beschäftigten attestieren ihrem Unternehmen einen exzellenten Einarbeitungsprozess. Hier liegt also enormes Potenzial, um neuen Kolleginnen und Kollegen einen starken Start zu ermöglichen.

Damit das auch bei Zeitarbeitskräften gelingt, sollten Sie diese sechs Fehler unbedingt umgehen:

1. Fehlende Struktur im Onboarding-Prozess

Ein klarer Fahrplan ist Pflicht. Ein strukturiertes Programm hilft externen Fachkräften, ihre Rolle, die Unternehmensrichtlinien und die Erwartungen schnell zu verstehen. Das steigert nicht nur die Produktivität, sondern erleichtert auch die Integration ins Team.

Einheitliche Standards sorgen zudem für Fairness: Alle erhalten die gleichen Schulungen und Informationen. Ein weiterer Vorteil ist die Sicherheit: Standardisierte Prozesse minimieren rechtliche Risiken und Flüchtigkeitsfehler, da gesetzliche Vorgaben automatisch eingehalten werden. Tipp: Prüfen Sie den Einsatz von KI-Tools, um diese Abläufe effizienter zu gestalten.

2. Mangelnde Willkommenskultur

Geben Sie temporären Kräften nicht das Gefühl, nur "externe Abarbeiter" zu sein, die ihren Job möglichst geräuschlos erledigen sollen. Vom Management bis zum Team: Heißen Sie neue Kolleginnen und Kollegen aktiv willkommen.

Eine aktuelle Randstad-Studie bestätigt: Eine angenehme Arbeitsatmosphäre liegt auf Platz vier der wichtigsten Faktoren für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das gilt auch für temporäres Personal. Wer sich gut aufgenommen fühlt, ist motivierter und leistungsfähiger. Zudem kommen zufriedene Fachkräfte gerne wieder – die beste Basis für eine langfristige Zusammenarbeit.

3. Die Technik unterschätzen

Die richtige Software ist oft der entscheidende Hebel für ein gelungenes Onboarding. Sie nimmt Ihnen lästige Bürokratie ab, indem sie Formulare, Schulungen und Compliance-Checks automatisiert. So können sich Ihre neuen Fachkräfte sofort auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren.

Gerade in flexiblen Arbeitsmodellen erleichtert moderne Technologie auch das Remote-Onboarding enorm. Digitale Tools schaffen zudem direkte Kommunikationskanäle zu Vorgesetzten – sei es für Feedback oder schnelle Rückfragen. Das stärkt die Bindung und das Engagement.

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4. Zu wenig Fokus auf Teamarbeit

Teamgeist und offene Kommunikation entscheiden über den Erfolg flexibler Arbeitsmodelle. Integrieren Sie temporäre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom ersten Tag an voll in das Team. Dazu gehört auch die Einladung zu Meetings oder sozialen Events.

Ob formell oder informell: Teambuilding stärkt Beziehungen und schafft ein "Wir-Gefühl". Ein bewährtes Mittel ist das Buddy-System: Stellen Sie der neuen Kraft einen Mentor aus der Stammbelegschaft zur Seite. Das gibt Orientierung. Ebenso wichtig ist Transparenz: Teilen Sie Ziele, Updates und Erwartungen regelmäßig. Nur wenn alle denselben Wissensstand haben, können sie gemeinsam am gleichen Strang ziehen.

5. Fehlende Unterstützung im Alltag

Behandeln Sie Zeitarbeitskräfte nicht wie Mitarbeiter zweiter Klasse. Sie benötigen denselben Zugang zu Ressourcen, Tools und Hilfestellungen wie Ihr festes Personal, um ihren Job gut zu machen.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, externe Profis könnten ohne Einarbeitung sofort "funktionieren". Selbst der erfahrenste IT-Freelancer bringt zwar das fachliche Know-how mit, kennt aber Ihre spezifische Systemlandschaft oder Ihre internen Prozesse noch nicht. Geben Sie ihnen die Zeit und die Informationen, die sie für einen sauberen Start brauchen.

6. Unrealistische Erwartungshaltungen

Natürlich wollen Sie, dass sich Ihre Investition in eine flexible Belegschaft lohnt. Bleiben Sie dennoch realistisch, was in der verfügbaren Zeit machbar ist.

Unerreichbare Ziele erzeugen Stress und Unzufriedenheit – Gift für die Arbeitsqualität. Wenn externe Kräfte ständig Überstunden machen müssen, um unrealistische Vorgaben zu erfüllen, steigen zudem die Fehlerquote und das Burnout-Risiko.

Fazit

Der Arbeitsmarkt wandelt sich, und flexible Fachkräfte werden zu einer immer wichtigeren Ressource. Wer hier professionelle Strukturen schafft und in ein wertschätzendes Onboarding investiert, sichert sich langfristig Zugriff auf diesen wertvollen Talentpool.

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Dies ist eine aktualisierte Version eines Artikels, der ursprünglich am 24 September 2020 veröffentlicht wurde.

Über den Autor
Patrick Cilif
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Patrick Cilif

Head of Sales

Patrick Cilif ist Head of Sales für Randstad in Österreich. Der bestens vernetzte Wiener ist Vater von zwei Töchtern, talentierter Fußballer und bringt zudem auch über 15 Jahre Erfahrung im HR-Bereich mit.

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