Die Vor- und Nachteile von Zeitarbeit und weiteren Methoden flexibler Arbeit

Flexible Arbeitsmodelle werden für immer mehr Unternehmen ein wichtiger Bestandteil ihrer Personalstrategie. Wenn Sie einen solchen Ansatz planen, sollten Sie zuerst die Vor- und Nachteile abwägen.


Noch nie war Flexibilität in der Arbeitswelt so wichtig wie heute. Unternehmen erkennen, dass flexible Arbeitsmodelle und Bedarfspersonal große Vorteile für ihre Personalstrategien bringen – von Kostenoptimierung bis hin zu schnellerer Verfügbarkeit von Expertenwissen.


Auch die Mitarbeiter erkennen zunehmend die Vorteile freiberuflicher, vertragsbasierter und bedarfsorientierter Arbeit: berufliche Entfaltung, finanzielle Besserstellung und ein angenehmerer Lebensstil.


Viele Studien und Statistiken untermauern diese Trends und zeigen, dass immer mehr Menschen in flexiblen Arbeitsformen tätig sind.


Wenn Sie mehr Bedarfspersonal einsetzen möchten und erfahren wollen, wie dieser Ansatz zu Ihrer Unternehmensstruktur passt, sollten Sie einige Vor- und Nachteile flexibler Arbeitsmodelle beachten.


Vorteil: Zugang zu Expertenwissen


Für moderne Unternehmen ist es bei der Personaleinstellung mit am schwierigsten, auf dem traditionellen Arbeitsmarkt notwendige Fachkräfte zu finden und für sich zu gewinnen.


Laut der Society for Human Resource Management sind diese Schwierigkeiten für drei Viertel (75%) der Personalverantwortlichen auf einen Mangel an Fähigkeiten bei den Bewerbern zurückzuführen.


In Schlüsselsektoren wie Maschinenbau und anderen technischen Bereichen ist der Mangel besonders akut. Durch die Covid-19-Krise sind zwar die Arbeitslosigkeit und die Zahl der Arbeitssuchenden gestiegen; dennoch ist es für Unternehmen nach wie vor schwierig, ihren Bedarf an Fachkräften zu decken.


Untersuchungen in der EU haben gezeigt, dass die Kompetenzen der Mitarbeiter nicht ausreichen, um „in ihrem Beruf die höchstmögliche Produktivität zu erzielen“.


Auf dem flexiblen Arbeitsmarkt sind immer mehr Freiberufler und Zeitarbeiter verfügbar. Dort kann Ihr Unternehmen Personal mit Fähigkeiten und Erfahrung gewinnen, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer zu finden sind.


„Da nur wenige qualifizierte Arbeitskräfte auf der Suche nach Vollzeitstellen sind, nimmt die Nachfrage nach Zeitarbeitskräften, Vertragsarbeitern und Freiberuflern zu. Um der deutlichen Nachfragesteigerung gerecht zu werden, setzen Personaldienstleister zunehmend auf Bedarfspersonal, sogenannte „Gig-Worker“.

 - JoAnne Estrada, internationale Leiterin für Bedarfspersonallösungen im Talent Innovation Center von Randstad Sourceright. 


Nachteil: Potenziell mangelndes Engagement


Zeitarbeiter tragen zweifellos wertvolle Fähigkeiten bei. Sie sind aber keine Festangestellten Ihres Unternehmens. Deshalb ist es verständlich, wenn Sie einige Bedenken haben, ob sich diese Mitarbeiter mit Ihrem Unternehmen und dessen Zielen identifizieren.


Teilen die Leiharbeiter die langfristige Vision Ihres Unternehmens und sind sie entschlossen, zur Erreichung dieser beizutragen? Diese berechtigten Fragen sollten Sie sich stellen.


Wenn wichtige Anspruchsgruppen Ihres Unternehmens solche Sorgen haben, bieten sich einige Schritte an, um die Risiken flexibler Arbeitsmodelle zu minimieren.


So sollten Sie beispielsweise häufige Fehler bei der Eingliederung von Zeitarbeitern vermeiden. Wenn Ihnen das gelingt, sind langfristig positive wahrscheinlicher.


Eine weitere wirksame Maßnahme zur Einbindung Ihrer Zeitarbeiter ist es, langfristige Beziehungen zu ihnen aufzubauen – möglicherweise mit der Perspektive, sie in Festanstellung zu übernehmen, sofern beide Seiten dies wünschen.


Vorteil: Kosteneffizienz


Für die meisten Personalabteilungen wird es stets ein Hauptziel sein, Kosten für Humankapital so effizient wie möglich einzusetzen. Eine gute Methode dafür ist die Nutzung von Zeitarbeit, wenn Sie kurzfristigen Personalbedarf haben.


Es ist allgemein bekannt, dass die Festanstellung von Personal einen erheblichen finanziellen Aufwand verursacht. Unter anderem sind die Kosten für Inserate, Eingliederung, Schulungen, Gehälter und Sozialleistungen einzukalkulieren. Wenn Positionen unbesetzt bleiben, verlieren Unternehmen außerdem Geld und ihre Produktivität sinkt.


Durch Zeitarbeit können Sie Ihr Personalbudget optimal nutzen: weil Sie Fähigkeiten und Leistungen nur dann in Anspruch nehmen, wenn Sie sie brauchen.


Das kann besonders bei kurzfristigem Personalbedarf wichtig sein – beispielsweise, wenn Sie Experten für den Abschluss eines einmaligen Projekts oder zusätzliche Mitarbeiter brauchen, um saisonale Nachfragespitzen zu bewältigen.


Eine Studie von North Highland und der Economist Intelligence Unit hat gezeigt, dass Kosteneinsparungen der häufigste Grund sind, warum Unternehmen Bedarfspersonal einsetzen.


2020 könnten viele Unternehmen von kurzfristigen Kosteneinsparungen profitieren, indem sie Zeitarbei nutzen, um ihr Geschäft leichter wieder in Gang zu bringen und den durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten Arbeitskräftemangel auszugleichen.


Nachteil: Geringere Einflussnahme


Durch Zeitarbeiter kann man kurzfristigen Personalbedarf decken und die Kosten für Humankapital unter Kontrolle halten. Einige Personalverantwortliche sind aber vielleicht besorgt, dass sie auf solche Mitarbeiter weniger Einfluss nehmen können.


Bei traditionellen Einstellungsverfahren und der Einarbeitung von Festangestellten haben Sie Zeit, um einen Dialog mit und Beziehungen zu Mitarbeitern aufzubauen. So kann man neue Beschäftigte kennenlernen und sicherstellen, dass sie mit den Abläufen im Unternehmen vertraut werden und erfahren, was man von ihnen erwartet.


Die Eingliederung von Bedarfspersonal verläuft sicher anders. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass man weniger Einfluss nehmen kann. Auch Zeit- und Vertragsarbeiter müssen gut in die Unternehmenskultur und Arbeitsprozesse eingegliedert werden. Zu diesem Zweck kann man etwa ihren beruflichen Werdegang dahingehend prüfen, was sie früher in ähnlichen Unternehmen geleistet haben. Instrumente zur Prüfung von Referenzen wie Checkster können diese Arbeit erleichtern.


Außerdem können Sie das Risiko senken, indem Sie mit einem erfahrenen Personaldienstleister zusammenarbeiten, der Ihren Sektor und den lokalen Arbeitsmarkt genau kennt.


Vorteil: Für neue Zeiten gerüstet sein


Auf der ganzen Welt ändert sich die Art, wie Menschen und Unternehmen arbeiten. Wenn Sie in puncto Talentfindung und Mitarbeitererwartungen mit schnelllebigen Trends Schritt halten wollen, müssen Sie bereit sein, Ihre Methoden zur Suche und Einstellung von Mitarbeitern zu ändern.


Untersuchungen haben Folgendes gezeigt:


Für 76% der Personalverantwortlichen spielen Bedarfsmitarbeiter eine zentrale Rolle in der übergeordneten Personalstrategie.

In der EU sind Selbstständige mit ihrem Beruf zufriedener als der Durchschnitt der Erwerbstätigen.

Für 75% der Finanzvorstände sind Vertragsarbeiter, Freiberufler und Zeitarbeiter ein wichtiger Faktor bei der Personalplanung ihres Unternehmens.


Unternehmen, die sich nicht weiterentwickeln und mit diesen Trends nicht Schritt halten können, könnten den Anschluss verlieren.

 

Bericht: 7 Kennzahlen zur Relevanz von Zeitarbeit

Das Wachstum von Zeitarbeit ist einer der derzeit größten HR-Trends. Randstad hat Statistiken gesammelt, die Erkenntnisse und Analyseergebnisse aus verschiedenen Quellen umfassen. Sie belegen, wie wichtig flexible Arbeitsmodelle sind. Randstad hat einen neuen Bericht erstellt, voll mit datengestützten Einblicken in die Weiterentwicklung des Marktes für flexible Arbeit und warum dieser für moderne Arbeitgeber so wichtig ist.

Laden Sie unseren Bericht herunter, um folgedes zu lernen:

  • Wie HR-Führungskräfte Zeitarbeiter in Ihre übergeordnete Personalstrategie einbinden
  • Die entscheidenden Faktoren, aufgrund derer Unternehmen auf Zeitarbeitskräfte zurückgreifen
  • Das voraussichtliche Wachstum der "Gig Economy" und flexbiler Arbeit in den nächsten Jahren

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über den Autor

Mag. Margit Eisschiel - Key Account Director Randstad Austria

Margit Eisschiel ist Sales und Key Account Director für Randstad Österreich und verfügt über langjährige Erfahrung in der Personalbranche. Seit 1998 im Unternehmen hat sie zuvor viele Jahre als Niederlassungsleiterin Randstads Geschäft in Salzburg erfolgreich ausgebaut.

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